Spannende Wettkämpfe am 25. Juli 2009

Spannende Wettkämpfe und Jugend Europarekorde

 

Am 25. Juli fanden zwei Wettbewerbe gleichzeitig statt: Während die Jugendlichen zwischen 13 und 19 Jahren um den Europäischen Jugendcup im Speedklettern kämpften, durften sich die Jüngsten von 6 bis 12 Jahren wieder beim spaßorientierten Kids-Cup messen.

Bericht

Europäischer JugendSpeed- und KidsCup am 25.09.2009

Klettern in Deutschland ist weiter auf dem Vormarsch - und damit verbunden auch der Wettkampfsport! 79 Teilnehmer für den Jugendcup und weiteren 78 Starter für den Kids-Cup registrierten sich am Morgen für den Wettkampf. Dank disziplinierter Teilnehmer und sehr engagierter Helfer ging alles reibungslos über die Bühne und so konnten beide Wettkämpfe pünktlich beginnen.

Kidscup

Beim Kids-Cup gab es für die Teilnehmer 10 „Probleme“ im Bouldern, Schwierigkeits- und Speedklettern zu lösen. Ziel des Wettkampfes war es, Kindern auf spielerische Art erste Wettkampferfahrung zu vermitteln. Die ersten beiden Boulderprobleme waren „klassische“ Klettereien an relativ guten Griffen und konnten von fast allen Teilnehmern gelöst werden. Die weiteren Boulder hatten eine ergänzende Zusatzaufgabe der beiden kreativen Routenbauer Alexander Förschler, Jochen Perschmann und Daniel Hummel um die volle Punktzahl zu bekommen. Bei einem Boulder galt es zunächst einen relativ schweren Gleichgewichtsquergang zu meistern. Oben konnte der Griff einer Seilbahn erreicht werden mit der man dann rasant in ein markiertes „Zielgebiet“ abgefahren konnte, um die volle Punktzahl zu erreichen. Die Kinder stellten sich sehr geschickt an und so konnten viele Teilnehmer auch diese Aufgabe lösen. Beim "Sicher klettern Boulder" sollte auf die sehr wichtige Aktion des DAV hingewiesen werden. Am Start galt des das "Sicher Klettern Armband" überzustreifen. Dann den Boulder zu lösen und am Ende das "Partnercheck" Schild zu berühren. Auch hier waren die Kinder mit viel Ernst und Eifer bei der Sache. Zuletzt gab es dann noch eine ganz harte Nuß zu knacken. Der gelbe Boulder war nur für die ganz starken Kinder zu lösen. Sehr überhängend und so schwer, dass er auch schon bei Jugendwettkämpfen eine Aufgabe gewesen wäre. Einige Teilnehmer erreichten aber immerhin die „Zone“ einen guten Griff auf „halber“ Strecke, aber das tat nach den Erfolgen der anderen Boulder der fantastischen Stimmung keinen Abbruch.

Beim Schwierigkeitsklettern gab es Routen in den Graden 3, 6-, 7 und 7+ wobei die Routen im oberen Teil deutlich „anzogen“ damit alle Teilnehmer zumindest einen Teil der Route klettern konnten. 2, 4, 6, 8, und 10 Punkte je nach Erreichen unterschiedlicher „Höhenzonen“ gab es für die Teilnehmer zu sammeln. Es war begeisternd wie die Kinder sich mühten und das Stuttgarter Publikum zeigte sich schon am Vormittag von seiner besten Seite. Das „Schrauben“ der Boulder und Schwierigkeitsrouten war eine große Herausforderung, da in dieser Altersklasse die Körpergrößen und Leistungsfähigkeit sehr unterschiedlich ist. So sollte es für alle eine positive Erfahrung werden und den Besten trotzdem eine Herausforderung bieten. Daniel Hummel und sein Team haben diese Aufgabe mit Bravour gelöst und bekamen trotz eines Längenproblems sehr viel Lob von den Eltern und Zuschauern.

In der Klasse Mädchen 2 kam es zu einem Novum im Kids Cup. Carla Lobreyer und Helene Oberdorfer hatten am Ende gleich viele Punkte und mit 14 Sekunden auch die gleiche Zeit in der Speedroute. Erstmals kam es also zu einem "Superfinale", in dem sich Helene knapp durchsetzen konnte.

Teilnehmer T-Shirts wie auf den „großen“ Wettkämpfen, Urkunden und für die besten sogar noch Preise. Da gab es natürlich unzählige Fragen, wann denn der nächste Kids-Cup stattfinden wird.

Europäischer Jugendcup im Speedklettern (European Youth Speed Cup)

Zeitgleich mit dem Kids-Cup fand an der Außenwand die Qualifikation zum Europäischen Jugendcup im Speedklettern statt. 79 Teilnehmer bei einem reinen Speedwettkampf, das gab es noch nie. Die veranstaltenden Sektionen Schwaben und Stuttgart hatten im Vorfeld einen enormen Aufwand betrieben um an der Wand auch "offizielle" Geschwindigkeitsrekorde erzielen zu können. Seit der Weltmeisterschaft im Jahre 2005 gibt es eine normierte Wand. Deren Neigung, Höhe, Bohrraster, Griffe und Griffpositionen sind genau bestimmt. Das DAV-Kletterzentrum Stuttgart besitzt als eine der wenige Hallen auf der Welt eine solche Wand. Für den Wettkampf musste die Wand offiziell abgenommen und lizenziert werden. Mit viel Aufwand wurde eine elektronische Zeitmessanlage installiert und über den korrekten Ablauf wachte aufmerksam Susi Knabel, eine renommierte Schiedsrichterin aus Österreich mit internationaler Lizenz. Vermutlich scheuten andere Veranstalter bislang den Aufwand und auch die Kosten, denn bislang gab es noch keine offiziellen Jugendrekorde an der Speedwand. Die größte Hürde ist dabei eine verpflichtende Dopingkontrolle nach dem Rekord. Alleine dieser Posten schlug mit 1.800 Euro zu Buche. Hier sollte der international Verband ggf. überlegen, ob dies auch bein Jugendlichen zwingend notwendig ist - ohne allerdings im Kampf gegen das Doping nachzulassen!!

In der Qualifikation galt es zunächst eine möglichst gute Zeit zu erzielen. So wurden die Finalisten für das folgende K.O.-System ermittelt - aber über die Zeit auch der jeweilige Gegner. Je weiter hinten in der Ergebnisliste man stand, desto stärker war der Gegner in der Finalrunde. Hier zeigte sich schnell, dass sehr starke Teilnehmer aus Frankreich und Ungarn den Lokalmatadoren das Siegerpodest streitig machen wollten.

Aber am Landesleistungszentrum Stuttgart wurde in den vergangenen Monaten auch diese Disziplin intensiv trainiert und so kamen in den sechs Altersklassen zu vier(!) Heimsiegen der Stuttgarter Athleten (siehe Ergebnislisten). Alle erzielten in ihrer Altersklasse auch jeweils die Bestzeit und so können sie hoffen, dass diese Zeiten als offizielle Jugend- oder gar Weltrekorde anerkannt werden.

So genossen die Zuschauer und Teilnehmer die Siegerehrung. Die Französische Equipe sorgte dabei für einen besonderen Höhepunkt: Sie ehrten Ihre Sieger mit der gesungenen - (geschrieenen ;-) - Nationalhymne.

Für die Anerkennung der Rekorde war noch eine kleine Hürde zu meistern - die Dopingkontrolle. Für viele der Jugendliche war es das erste Mal und entsprechend dauerte das Prozedere, das ganz exakt durchgeführt werden musste, ein bisschen länger als erwartet.

Der für den Anschluss geplante Diavortrag von Jochen Perschmann musste daher entfallen und wird im Herbst nachgeholt. Aber für das unvergessliche Erlebnis bei einem Rekordfestival teilgenommen zu haben war es das allen Wert.

Fast 170 Teilnehmer, viele, viele Besucher und spektakulärer Sport mit engagierten Helfern. Logisch, dass die Veranstalter, die DAV-Sektionen Schwaben und Stuttgart, zufrieden mit der Veranstaltung waren. Und die Teilnehmer waren es auch, denn neben den wertvollen Sachpreisen für Sieger und Platzierte war vor allem die gute Stimmung in Stuttgart beeindruckend und motivierend!

Vielen Dank an die Helfer, Teilnehmer und Sponsoren für einen Wettkampf, der finanziell und vom Vorbereitungsaufwand sicherlich grenzwertig war.
Ein gesonderter Dank gilt dem Hauptverein des DAV (Abt. Spitzensport), der diese Veranstaltung kurzfristig mit in den Wettkampfkalender aufnahm und auch sonst finanziell und planerisch unterstütze.

Georg Hoffmann, Betreiber DAV Kletterzentrum Stuttgart.

Ergebnisse

Hier die Ergebnisse zum Download:

Sponsoren

Ganz herzlichen Dank den Sponsoren ohne deren Engagement diese Veranstaltung nicht möglich wäre.
Die Sponsoren der Baden-Württembergischen Meisterschaften:

 
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